RENÉ MAGRITTE oder CONDITIO HUMANA
für 3 Tänzerinnen und 3 Tänzer

Uraufführung: 07/01/1987, Königliches Theater von Thessaloniki
Musik: Sergei Prokofiev, Sonata für Violine und Piano Nº 1 in F moll, Op. 80

Die Natur pflegt sich versteckt zu halten.
HERAKLITUS VON EPHESUS (Frag. 123)

Der Begriff «phusikalische Tanzität» (nicht im Sinne der Naturwissenschaft, sondern der Philosophie des «phusis») trägt zur Annäherung an die Idee des Tanzes bei, die eine entscheidende Bedeutung im Werk von Nietzsche hat.

Das Entstehen einer optischen Vorstellung bedarf einer relativen Verbindung des Sehenden und des Gesehenen. Einen Baum wahrzunehmen, d.h. sehen, daß er existiert. Das Sehen ist keineswegs ein einfaches Widerspiegeln des Gesehenen, sondern eine Reflektion des Gedankens. Jede optische Wahrnehmung steht in einer Beziehung von ursprünglicher Abhängigkeit hinsichtlich des Sehbaren.

Das Geheimnis des Sehbaren verbindet die Künstler hinsichtlich
ihres Schicksals. Sie beschränken sich nicht nur auf das Gesehene,
d. h. es als Vision zu übermitteln oder als eine einfache Repräsentation.
MARCEL PAQUET, in ‘Magritte oder die Finsternis des Sein’
Aenaon Dance Theater - Daniel Lommel