DIE HOMILETIK DES BRUCHES
für 1 Tänzerin und 3 Tänzer

Uraufführung: 08/06/2001, Theatre Jacques Cœur, Bourges
Musik: Pierre Henry, Ludwig van Beethoven, Kurt Schwitters, Sheila Tsaindra


Ich habe gesehen, wie das Phänomen der Homiletik Dimensionen
einnimmt, die ich niemals vermutet hätte.
ODYSSEAS ELYTIS, Karten auf dem Tisch


Der Choreograph setzt die Sprache des Tanzes wie einen
Schlüssel zum Verständnis der Welt ein Die Vorstellung: «Die
Homiletik des Bruches» ist wie ein Spiegel, der den Menschen
zeigt, der danach trachtet, sich von seinem Sturz zu befreien
MARCEL PAQUET

Ich habe immer eine Neigung, mich an das Wesen, bzw an den Tänzer zu binden. Meine Bestrebung in diesem Ballett ist die Verbindung der individuellen Schwingungen in einem im Höhepunkt ihrer Aktion freiwillig zerbrochenen Rhythmus, um das Nicht-Sein der Anwesenheit abzeichnen zu lassen.

Er ist also hinsichtlich der Choreographie wichtiger, sich die Zeit in ebenen Sequenzen vorzustellen und die rhythmischen Spannungen aufzuzeigen, die zum Beispiel eine Befreiung aller Lebensformen erlauben (unsere Schwäche, die immer unsere rührende Seite ist, diejenige, die das Erwachsenwerden ermöglicht, diejenige also, die uns liebenswürdig macht).

Die Kraft der Tänzer besteht darin, daß sie zerbrechlich sind -immer am Rande des Bruches. Aus diesem Grund erzählen sie von sich, deswegen gelingt es ihnen für einen kurzen Moment Halbgötter zu werden, immer sich bewegend, immer in einem Übergangsstadium, allein vor dem Publikum, allein in der Sterbestunde sowie inder Wiedergeburt in der Gestalt eines anderen Halbgottes, vor einem anderen Publikum, das wiederum auch immer allein ist…

Aenaon Dance Theater - Daniel Lommel